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ACHTUNG: Unsere Projekt-Zwo steht zum Verkauf, bei Interesse rufen Sie uns einfach an!
Fast Orange?
Britische Handwaschpaste, bekannt bei jedem Schrauber. Wisch und weg - wie die Sport-Connection-Triumph "Projekt ZWO", die tatsächlich schnell und orange ist. Was kann die kultige Synthese aus Speed Triple und Daytona?
Runde um Runde beschallt der hohe, geschmeidige Sound des hochdrehenden Dreizylinder die Strecke, bricht sich in ballernden Echos an Boxenmauer und Tribünen, heult lang gezogen die Zielgerade entlang,
bellt in kompaktem Stakkato beim Anbremsen auf. Einerseits bissig, anderseits durchaus musikalischen Qualitäten. Das ist es, das ist mein Motorrad! Gerry Wagner, MOTORRAD-Test- und Messfahrer,
strahlt bis über beide Ohren, jubelt die Botschaft schon beim Ausrollen gegen das dumpfe Grollen des niedertourig vor sich hin brabbelnden Motors heraus. Testtag in Hockenheim. Immer ein Fest für alle
MOTORRADler, und heute ein ganz besonderes. Unter anderem steht nämlich diese Triumph T509 Speed Triple am Start, aufbereitet von Michael Stöcker, seines Zeichens Chef der Firma Sport-Connection
im odenwäldischen Fürth. Und sein Werk genannt "Projekt Zwo" ist ein echter Blicksauger, nach dem Jung und Alt die Hälse verdrehen. Dabei sieht die Stöcker-Triumph viel mehr nach Daytona als nach
Speed Triple aus. Aber schließlich sind die Insulanerrinnen mit dem markanten Aluminiumrohr-Brückenrahmen ja tiefengrundsätzlich verwandt, teilen Fahrwerk und Basismotor. Die "Projekt Zwo" entleiht das
Beste von beiden und erstrahlt als harmonisch-begehrliches Zwitterwesen, das seinen Fahrer noch etwas sportlicher als die Daytona in Sitzposition bringt. Die MR-Lenkhälften sind etwas niedriger, die Lucas.
Fußrasten etwas höher positioniert, so dass die Beine, auch wegen der leicht geschrumpften Sitzhöhe, stärker, aber nicht unangenehm anwinkeln.
Die auffällige Farbgebung dominiert zunächst über die Linienführung: Rahmen, Schwinge und Räder leuchten, widerstandsfähig kunststoffbeschichtet, in starkem Orange, die Hülle kontrastiert wohlig in
dezentem Blau-Metallic. Haben sich Augen einmal an den Rausch der Farben gewöhnt, gefällt die Linie der in Eigenenergie designten und laminierten Verkleidung, die ihre Scheinwerfer von der Daytona entleiht.
Eigenwillig elegant auch der Höcker. Doch halt, wo ist der voluminöse Schalldämpfer abgeblieben? Richtig, er weicht einem selbstgefertigtem, der, integriert ins modifizierte Rahmenheck, nur heckwerts aus der
Sitzbank herauslugt. So bleibt die Linie puristisch, und das Loblied auf den Klang wurde ja bereits gesungen. Der entspringt übrigens hausgemachten Brennräumen. Der Motor, ursprünglich mal ein der
885 Kubikzentimeter kleine T509-Treibling, spannt üppig antrainierte Muskeln. Dank Bigbore- Kit die Laufbuchsen des Drillings werden von 76 auf 81 Millimeter aufgebohrt verdrängen die oszillierenden Kolben
einen vollen Liter Hubraum, und das drehzahlsicher an hochfesten, wohl ausgewogenen Carillo-Pleueln. Ein- wie auslassseitigen Kanalarbeiten und der hauseigener Schalldämpfer ergänzen die Leistungskur,
deren Erfolg die Leistungskurve bestätigt keine Triumph bei MOTORRAD entwickelte je so homogen so viel Leistung. Und mittlerweile gibt´s zudem überarbeiteten Drosselklappengehäuse größeren Durchmessers,
die noch ein paar Zusatzpferde mobilisieren sollen. In punkto Leistungsentfaltung begeisterte die "Projekt Zwo" durch beste britische Manieren: samtige Gasannahme, perfekte Dosierbarkeit, dabei vernachlässigbare
Vibrationen, wahrhaftige, die feine englische Art. In Verbindung mit dem hervorragenden Antriebsstrang und dem exakten Getriebe marschiert, was die Fahrleistungen belegen. Geradeauslauf- Schwächen kennt sie
dabei keine, zudem erfreut der passable Windschutz. Am wohlsten fühlt die "Zwo" sich aber auf kurvigem Terrain, wo sie noch etwas handlicher durch die Kurven eilt, noch etwas satter den Tücken welligen
Straßenbelags trotzt als die bekannten Triumphmodelle, Klar, denn erstens wiegt sie sieben Kilogramm weniger als eine Daytona, zweitens hebt das längere Technoflex-Federbein das Heck, stellt so die Gabel
etwas steiler an. Wie gewohnt funktioniert dieses Federbein hervorragend, und das in bester Harmonie zur im gleiche Hause überarbeiteten Gabel. Gelungene Modifikationen also, die die Talente der Urmutter
aufgreifen und verfeinern. Das "Projekt Zwo" verschlingt mit Motor- und Fahrwerksumbau sowie allem Drum und Dran etwa 20 000 Mark Umbaukosten. Dafür erhält der Liebhaber ein sportliches Genuss-Bike
mit Kultoptik und massenhaft Charakter. Sauber.
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